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Der Deutschlandexpress 2007

Cooler Name, muss ich schon sagen. Klingt irgendwie dynamisch. Und nach etwas groβem. Tatsächlich ist es nach eigenen Angaben eine der gröβten Märklin Modelleisenbahn der Welt. Das ist doch was, oder? Also beschloss ich an einem verregneten Sonntag im Oktober 2007, mir diese Anlage mal etwas näher an zu sehen. Mein Sohn Nils, 12 Jahre, ist auch mit dabei.




Die Anfahrt ist unproblematisch. Die Beschreibung im Internet ist gut, und so ist es kein Problem, den Deutschlandexpress in Gelsenkirchen-Heβler zu finden. Auch Parkprobleme gibt es hier sicher nicht. Das Parkhaus ist so groβ, dass meine Erwartung auf die Ausstellung noch gesteigert wird. Also Eintritt bezahlen (Kinder bis 12 Jahren 4,- €; Erwachsene 5,- €, Stand 21.10.07), und los geht’s.

Aber was ist das? Das ist doch sicher nur der Eingangsbereich, oder?? Ein schneller Durchgang durch den Raum zeigt mir jedoch, dass das hier die ganze Ausstellung ist. Ich bin ziemlich enttäuscht. In der Mitte ist ein schmaler, knapp zwei Meter breiter Gang. Links und rechts davon befinden sich die Schienen. Auf jeweils ein bis eineinhalb Meter Breite ist von der Küste am Anfang bis hinunter zu den Bergen eine Landschaft aufgebaut, die wohl in etwa Deutschland darstellen soll. Die Wände sind farbig passend zu der aufgebauten Anlage gestaltet, so dass die Ansicht optisch noch etwas gröβer wirkt.




Nachdem wir in zwei Minuten einmal durch die Ausstellung gelaufen sind, beginnen wir noch mal am Anfang. Wir lassen uns diesmal wesentlich mehr Zeit, und siehe da, es gibt sogar das eine oder andere interessante Detail. So zum Beispiel das Haus, vor dem die Feuerwehr steht. Drückt man den Knopf, der am Rande angebracht ist, so leuchten die Feuerwehrlampen an den LKW, ertönen die Sirenen, und sogar Qualm steigt aus dem Dach des Hauses. Es folgen weitere interessante Details, wie zum Beispiel landende UFO’s oder ein Alphornspieler. Allerdings ist für meinen Geschmack sehr wenig Bewegung auf den Schienen. Sind die Lokführer im Streik? Nils bemerkt auβerdem, das viele Schienen ins Leere laufen. Einige der Züge fahren beispielsweise in einen Berg hinein, und kommen nach einiger Zeit rückwärts wieder heraus. Gibt es dort im inneren etwa einen Bahnhof? Das gleich gilt für Strassen, die ins Nichts verlaufen.




Eine gute halbe Stunde dauert diese zweite Runde, die aufgrund der teilweise recht witzigen Details nicht ganz so enttäuschend verläuft wie die erste. Es gibt noch die Möglichkeit, sich gegen ein zusätzliches Eintrittsgelt auch mal hinter den Kulissen umzusehen. Darauf verzichten wir allerdings dankend. Zum Schluβ folgen wir einem Schild mit dem Hinweis auf kalte Getränkt, das uns eine Treppe hinauf in die erste Etage führt. Und dort finden wir dann einen Getränkeautomat, der leider nur noch Cola und Mineralwasser ausgibt, sowie eine Bank, zwei Stühle und einen Tisch, schön ungemütlich aus Guβeisen. Dazu steht dort noch ein bisschen Spielzeug für die ganz Kleinen (eine Holzeisenbahn, ein Mini-Klettergerüst inklusive Rutsche sowie eine groβe Eisenbahn zum spielen, bei der allerdings nur noch ein Gleis funktioniert). Und es gibt einen kleinen Raum, in dem ein Film läuft, dessen Sinn mir allerdings bis heute verborgen bleibt.

Keine 45 Minuten waren wir in der Ausstellung, die meiner Meinung nach keinen Appetit auf mehr macht. Ganz zu schweigen davon, dass sie bei den groβen und kleinen Eisenbahnfreunden so etwas wie Begeisterung entfacht. Nils und ich sind relativ enttäuscht nach Hause gefahren. Die von mir erwartete Frage, ob wir uns nicht auch eine Eisenbahn zulegen sollen, stellte Nils zwar, aber nur halbherzig. Der Beginn einer groβen Hobby-Eisenbahner-Karriere war das sicher nicht.

Fazit: Wer sich die Ausstellung mal ansehen möchte, der sollte nicht zu viel erwarten. Auβerdem finde ich die Eintrittspreise völlig überteuert. Ein bis zwei Euro sind meiner Meinung nach angemessen. Ich selber werde dort mit Sicherheit nicht mehr hinfahren. Unter „eine der gröβten Märklin Modelleisenbahn der Welt“ habe ich mir etwas anderes vorgestellt.





Wer sich selber einmal einen Eindruck von der Anlage machen möchte, hier die Webseite:

www.der-deutschlandexpress.de




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