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2015 Die Johannes a Lasco Bibliothek in Emden


Die ehemals größte Kirche der Stadt Emden, die „Moederkerk“ (Mutterkirche), wurde im Verlauf des Zweiten Weltkrieges durch einen Bombenangriff zerstört. Der Chor aus dem 15. Jahrhundert blieb auch lange nach dem Krieg als Ruine und Mahnmal stehen. In diesen Ruinen entstand von 1992 bis 1995 ein Bibliotheksneubau, der Altes und Neues architektonisch verbindet: Die Johannes a Lasco Bibliothek (JALB).



-> Die „Moederkerk“ in Emden, Heimat der Johannes a Lasco Bibliothek


Sie geht auf das Archiv und die seit 1559 bestehende Büchersammlung der reformierten Gemeinde Emden zurück. Die JALB besitzt unter anderem Bücher aus den Besitz von Erasmus von Rotterdam, Johannes a Lasco, Albert Ritzaeus Hardenberg und Petrus Medmann. Besonders wertvoll ist auch die erst 1993 übernommene bibliophile Sammlung des Kaufmanns Johann Philipp Janssen, die rund 2.000 Titel umfasst, darunter 20 Inkunabeln (Druckwerke aus die Frühzeit des Buchdrucks) und mehrere wertvolle Drucke des 16. Jahrhunderts. Darüber hinaus werden in kleinen Kabinetten Sonderausstellungen dargeboten, z.B. mit Druckgrafik von Otto Rohse, mit Abendmahlsgeräten ostfriesischer Gemeinden unterschiedlicher Konfessionen oder auch herausragende Schätze aus dem Buchbestand der Bibliothek selbst.



-> Die Bibliothek ist ein musealer Raum, in dem sich auch Exponate
aus der Geschichte des reformierten Protestantismus befinden.




-> Grabmal der ostfriesischen Grafen, vermutlich aus dem 16. Jahrhundert.



-> Grabmal der ostfriesischen Grafen, vermutlich aus dem 16. Jahrhundert.


Namensgeber der Bibliothek ist Johannes a Lasco (polnisch Jan Laski; * 1499 in Lask; † 8. Januar 1560 in Pinczow), ein bedeutender Theologe und Reformator mit großem Wirkungskreis. Er lebte von Mitte 1542 bis Juli 1549 in Emden, arbeitet dort als Superintendent und war maßgeblich verantwortlich für die Neugestaltung des ostfriesischen Kirchenwesens.

Von 1553 bis 1555 kehrte er noch einmal nach Emden zurück, ging dann jedoch nach einem kurzen Zwischenstopp in Frankfurt in seine polnische Heimat zurück



-> Johannes a Lasco, der Namensgeber der Bibliothek.


Die Johannes a Lasco Bibliothek ist zugleich ein historisch bedeutender Ort für die Stadt- und Landesgeschichte. Davon zeugt u.a. das Grabmal der ostfriesischen Grafen im Südschiff, das vermutlich von Cornelis Floris de Vriendt im 16. Jahrhundert geschaffen wurde. Die Bibliothek ist außerdem ein ungewöhnlicher Raum für kulturelle Veranstaltungen. Im Gebäude finden Konzerte, Vorträge, Ausstellungen und andere kulturelle Veranstaltungen statt. Der Saal (das wieder aufgebaute Kirchenschiff) gilt als einer der schönsten musealen Veranstaltungsräume Norddeutschlands. Er hat eine hervorragende Akustik und bietet bis zu 400 Besuchern Platz.



-> Auch museale Veranstaltungen finden hier statt.



-> Auch museale Veranstaltungen finden hier statt.


Geführt wird die Bibliothek durch eine Stiftung, deren wesentliche Finanzierung durch die EKD und die Evangelisch-reformierte Kirche erfolgte.

Interessierte Leser haben einen direkten Zugriff auf das Online-Katalog sowie auf andere Kataloge für die Literaturrecherche, und können damit aus 140.000 Büchern auswählen. Die Digitale Bibliothek enthält zum einen die vollständig digitalisierte Gelehrtenbibliothek des ehemaligen Emder Pastors Albert Rizäus Hardenberg (ca. 1510-1574), zum anderen das Biographische Lexikon Ostfrieslands.


Anschrift:
Kirchstraße 22
26721 Emden

Auftritt im Internet:
www.jalb.de


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