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Erfurt, Thüringens Landeshauptstadt


Wir haben zwar nur ein Wochenende Zeit, das allerdings wollen wir so gut wie möglich nutzen.


Wir kommen Freitagsabend in der Thüringischen Landeshauptstadt an. Zimmer beziehen, eine Kleinigkeit essen, und dann haben wir auch schon unseren ersten Termin: Den Besuch des Theater Waidspeicher. Hier wird Puppentheater gezeigt, und das ist wirklich sehenswert. Wem es möglich ist, sollte seinen Erfurtbesuch mit einer solchen Theatervorführung verbinden.



Samstag nach dem Frühstück nehmen wir zunächst an einer Stadtführung teil. Gut zwei Stunden dauert die, und ist sehr interessant. Wir merken uns einige Punkte, die wir uns anschlieβend auf eigene Faust noch einmal genauer ansehen wollten.




Los geht es dabei mit dem evangelisches Augustinerkloster. Dies ist besonders deshalb bekannt, weil Martin Luther hier von Sommer 1505 bis Herbst 1511 lebte. Kein Wunder also, dass es hier eine Dauerausstellung unter dem Thema "Bibel-Kloster-Luther" gibt. Als Teil dieser Ausstellung ist auch die "Lutherzelle" zu besichtigen, also der Raum, in dem Luther während seiner Zeit als Augustinermönch gelebt hat. Ich hätte mir gerne auch die Bibliothek des Evangelischen Ministeriums angesehen, die ebenfalls hier untergebracht ist. Allerdings ist diese Samstags geschlossen, und so kann ich nur einen Blick durch ein kleines Fenster darauf werfen.






Vom Kloster aus gehen wir weiter zur Krämerbrücke. Sie ist eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt, und mit 120 Meter Länge die längste durchgehend mit Häusern bebaute und bewohnte Brücke Europas. Heute sind es noch 32 Häuser, die auf ihr stehen, ursprünglich waren es sogar mal 62. Am östlichen Ende befindet sich die Ägidienkirche, deren Turm wir gegen ein geringes Entgelt besteigen, und von dem aus man einen schönen Blick auf die Stadt hat.






Direkt nebenan, und gar nicht so leicht zu erkennen, befindet sich eine mittelalterliche Mikwe, ein rituelles Tauchbad. Sie gehört zur Alten Synagoge und wurde erst 2007 bei Grabungsarbeiten entdeckt. Leider ist sie ausschlieβlich im Rahmen einer Führung zugänglich. Und so bleibt uns nur der Blick durch ein Fenster in der Decke der Mikwe, um zumindest einen kleinen Eindruck von dem Tauchbecken zu bekommen.


Von hier aus gehen wir weiter über dem groβen Marktpatz bis zum Domberg. Hier befinden sich gleich zwei Sakralbauten eng beieinander: St. Marien und St. Severi.




Egal, von welcher Seite sich man der Erfurt nähert, die Silhouette der beiden Bauten prägt das Stadtbild. Heute sind wir jedoch nur wegen der „Gloriosa“ hier, der gröβten frei schwingenden mittelalterlichen Glocke der Welt. Wir nehmen an einer Führung teil, und klettern mit einigen anderen Besuchern den mittleren Turm von St. Marien hinauf. Es geht vorbei an einigen weiteren Glocken, bis wir zur Gloriosa, “der Ruhmreichen”, gelangen. Sie imponiert mit ihrem Gewicht von knapp 11,5 Tonnen, ihrer Höhe von 2,62 und ihrem Durchmesser von rund 2,5 Metern. Und mit ihrem Klang, der als einzigartig schön gilt. Leider wird sie nur noch sehr selten geschlagen, um mögliche Beschädigungen zu vermeiden.

Nach dieser sehr kurzweiligen und interessanten Führung beschlieβen wir den Tag mit einem leckeren Abendessen, und freuen uns schon auf den nächsten Tag.


Am Sonntag dann sehen wir uns zunächst den Dom St. Marien an. Er kann auβerhalb der Gottesdienstzeiten ohne Führung kostenlos besichtigt werden. Sein äuβeres weist Einflüsse aus der Romanik und der Gotik auf, was mit seiner langen Bauzeit zu erklären ist. Innen kann man sich auf jeden Fall eine längere Zeit aufhalten, denn es gibt viel zu sehen: Sehr viele Glasmalereien und Gemälde, Reliefs und Epitaphe, Figuren und Schnitzereien. Es lohnt sich, hier einige Zeit zu verbringen, denn vieles gibt es so sonst anderswonicht zu sehen.






Zum Abschluss unseres Wochenendes in Erfurt laufen wir noch hinauf zur Zitadelle Petersberg. Das ist die einzige weitgehend erhaltene barocke Stadtfestung Mitteleuropas. Sie befindet sich unweit des Doms, keine zehn Minuten Fuβweg von ihm entfernt, und wurde von 1664 bis 1707 erbaut. Unter anderem beherbergt sie auch die sogenannten „Horchgänge“, also die Katakomben der Zitadelle. Die sind allerdings nur mit einer Führung zu besichtigen, und das schaffen wir das aus zeitlichen Gründen leider nicht mehr. So bleibt uns nur vom Festungsplateau aus der wunderbare Blick hinüber auf die Stadt, bevor wir uns gegen Mittag wieder auf dem Heimweg machen müssen.









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Nicht weit von Erfurt liegt Weimar, die Stadt von Goethe und Schiller. Und die ist auf jeden Fall auch einen Besuch wert.

Hier findest Du einige Tipps für Deinen Besuch dort:

     
    "Weimar: Hauptstadt der Dichter und Denker"





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