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2014: Ein Tag in der Ruhrstadt Essen

Als wir in den Hauptbahnhof einfahren, können wir es bereits sehen, unser erstes Ziel: Den RWE Turm, höchstes Gebäude von Essen und mit einer tollen Fernsicht von der Aussichtsplattform. An jedem dritten Samstag im Monat kann der Turm besichtigt werden, und neben einigen Informationen bekommt man auch die Möglichkeit, von der Plattform aus seinen Blick quasi über das halbe Ruhrgebiet schweifen zu lassen (RWE Turmbesichtigung).



-> Der RWE Turm in Essen


Und so stehen wir recht erwartungsvoll um viertel vor zehn am Eingang des Turmes. Dort erklärt man uns allerdings, dass die Führung um zehn Uhr für den Kinderferienspaß reserviert ist, und wir erst um elf Uhr an der Besichtigung teilnehmen können. Eine ganze Stunde warten? Nein, das wollen wir nicht. Außerdem ist das Wetter sowieso nicht das Beste, die Aussicht wird also nicht so gut sein. Daher beschließen wir, die Turmbesichtigung auf ein anderes Mal zu verschieben, und wenden uns unserem nächsten Ziel zu.


Das Folkwang Museum



-> Das Folkwang Museum


Und dieses Ziel ist das Folkwang Museum (Museum Folkwang) . Vom RWE-Turm aus ist es in rund zehn Minuten zu Fuß zu erreichen. Folkwang – auf diesen Namen bin ich kürzlich gestoßen, als ich in der „Edda“, dem Buch über die isländischen Götter- und Heldensagen gelesen habe. Darin taucht auch der Begriff „Folkvang“ auf und bezeichnet dort den Saal von Freya, der Göttin der Liebe und Schönheit. Und genau diese Erklärung für die Namensgebung finde ich später auch im Museum selber.

Nachdem wir Eintritt gezahlt und unsere Rücksäcke am Empfang abgegeben habe, gehen wir durch die einzelnen Räume der Ausstellung. Einen gekennzeichneten Rundweg finden wir hier nicht, also laufen wir immer der Nase nach und bestaunen die Werke so bekannter Künstler wie Joan Miró, Pierre-Auguste Renoir, Pablo Picasso oder Edvard Munch, um nur einige zu nennen. Eigentlich bin ich ja mehr ein Freund der Fotografie als der gemalten Bilder, aber es ist schon ein tolles Gefühl, vor Originalgemälden solcher Kunstgrößen zu stehen. Dadurch, dass wir bereits recht früh hier sind, ist es noch nicht so voll, und wir können in Ruhe durch die einzelnen Ausstellungsräume gehen.



-> Salvador Dali y Domenech: Der Apotheker von Ampurias auf der Suche nach dem absolut Nichts



-> Claude Monet: Der Seerosenteich



-> Vincent van Gogh; Rhonebarken


Ich weiß nicht, ob wir wirklich jeden Raum und jedes Bild gesehen haben, aber irgendwann stärken wir uns in dem Museumscafe mit einem Cappuccino. Wir haben genug von den Gemälden alter Künstler und machen uns auf dem Weg zurück zum Hauptbahnhof. Das dauert zu Fuß eine knappe Viertelstunde, und von dort aus nehmen wir die S-Bahn bis zur Haltestelle „Hügel“. Dort steht die gleichnamige Villa, der Stammsitz der Familie Krupp. Und die möchten wir gerne besichtigen.


An der Villa Hügel



-> Kassenhäuschen



-> Nordseite der Villa Hügel



-> Hier geht es lang ...


Von der Haltestelle aus ist es nicht weit bis zum Eingang zur Villa. Dort bekommen wir auch gleich mitgeteilt, dass der Park infolge des schweren Pfingststurmes noch immer gesperrt ist. So nehmen wir also direkt Kurs auf die Villa (Villa Hügel). Eine Führung hätte man leider im Voraus buchen müssen, sogar Wochen im Voraus. Also gehen wir auf eigener Faust durch die verschiedenen Räume, lesen die Infotafeln und tauchen ein in die Welt des Großindustriellen, der die deutsche Geschichte zu seiner Zeit maßgeblich mitgeprägt hat. Ein wirklich interessanter Streifzug durch eine oft schwere Zeit.



-> Obere Halle




-> Bibliothek



-> Gartensaal



-> Die Familie Krupp von Bohlen und Halbach (Gemälde von George Harcourt, 1930)



-> Durchgangszimmer :o)



-> Liebe zum Detail: Ungewöhnlicher Türgriff (links) und zwei Schrankverzierungen



-> Ohne sie geht es hier nicht: Kruppsche Ringe im Ausstellungsraum “Das Weltunternehmen Krupp 1850-1887“


Schade finden wir, dass der Park noch gesperrt ist. Als wir nach unserer Besichtigung wieder Richtung Ausgang gehen, bekommen wir eine Ahnung, wie riesig dieser sein muss.



-> Alfred Krupp, nach dessen Skizzen und Entwürfe die Villa entstand



-> Blick in den Park


Der Baldeneysee

Wir gehen daher anstatt durch den Park hinunter zum Baldeneysee, dem beliebten Nacherholungsgebiet im Essener Süden (Baldeneysee).



-> Am Baldeneysee: Infotafel



-> Sport auf dem See



-> Logenplatz


Dort wollen wir mit der „Weißen Flotte“ eine kleine Schifffahrt hinüber bis nach Kupferdreh machen. Von der Villa Hügel aus brauchen wir keine zehn Minuten bis zur Anlegestelle Hügel. An Samstagen fährt hier stündlich ein Schiff ab, und problemlos bekommen wir einen Sitzplatz an Bord (Weiße Flotte). Dann heißt es auch schon „Leinen los“ und wir legen ab. Auf unserer Fahrt vorbei an den Haltestellen „Haus Scheppen“ und „Heisingen“ bekommen wir per Lautsprecher einige Informationen über den See, seine Entstehung und die Orte an seinen Ufern. Eine kurzweilige dreiviertel Stunde dauert unsere Fahrt, dann erreichen wir Kupferdreh.



-> Das Schiff der „Weißen Flotte“



-> Leider nicht das beste Wetter



-> Hand am Ruder: Blick auf die Kapitänsbrücke


Mittlerweile haben wir Hunger und so kehren wir in die nahegelegen Gaststätte Lukas ein. Die nennt sich selbst „kulinarischen Bahnhof“, schließlich ist sie in dem ehemaligen Bahnhof Kupferdreh untergebracht. Das Ambiente ist nett, das Essen gut, nur die Bedienung empfinden wir als etwas hochnäsig, fast schon arrogant. Schade, dass trübt den ansonsten guten Eindruck, den diese Gaststätte auf uns macht (Gaststätte Lukas).



-> Flaschentreppe im "Lukas"


Von hieraus sind es nur ein paar Minuten zu Fuß bis zur S-Bahn-Haltestelle Kupferdreh. Nach dem Essen fahren wir von dort mit der Bahn zum Hauptbahnhof, von wo aus wir den Weg zurück nach Hause antreten (Bahnauskunft).


Ein schöner Tag war das, und quasi direkt vor unser Haustür. Mein Favorit war eindeutig die Villa Hügel. Hierher möchte ich auf jeden Fall noch einmal kommen. Dann aber mit Führung und auch mit Parkbesichtigung.



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