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Motorradtour Irland 2014


Es gibt Momente im Leben, die zaubern einem ein Lächeln ins Gesicht.
Und dies war definitiv so ein Moment...
 Die Anreise:  

Der Start

Gestern Morgen waren wir gestartet. Bei wechselhaftem Wetter sind wir mit unseren Maschinen nach Holland gefahren. Immer wieder gab es zwischendurch Regenschauer. In der Hafenstadt Ijmuiden angekommen, hatten wir uns in die lange Schlange der vor der Fähre wartenden Maschinen eingereiht. Einige der Motorradfahrer wollten auf die Isle of Man, alle anderen nach Schottland. Wir waren die einzigen, die es bis nach Irland zog.

Quer durch England

Die Überfahrt nach Newcastle verlief problemlos, aber die Einreise nach England erwies sich als recht langwierig, da die Engländer eine äußerst penible Grenzkontrolle durchführten. Unserer Fahrt von der Ost- zur Westküste war dann geprägt von Autobahnfahrten und gut ausgebauten Landstraßen sowie einigen Regenschauern. Aber wir hatten keine Wahl: Die Fähre von Cairnryan nach Larne in Irland war gebucht, und wir wollten sie nicht verpassen. Zum Abschied überprüften und durchsuchten die englischen Grenzbeamten meine Mitstreiter Johannes und Markus noch einmal ausgiebig. Keine Ahnung, was die bei den beiden finden wollten, auf jeden Fall sind sie nicht fündig geworden :-)


-> Warten auf die Fähre nach Irland: Am P&O Fährbüro im englischen Cairnryan


Auf nach Irland

Endlich konnten wir mit der P&O Fähre hinüber nach Irland fahren. Unterwegs saßen wir an Deck und der Himmel klarte ein wenig auf. Und dann, als wir bei der Ankunft in Larne unten im Bauch des Schiffes auf unseren Maschinen saßen, und die Laderampe sich vor uns und einigen finnischen Motorradfahrern langsam nach unten senkte, da schien die Sonne mit Macht hier hinein auf das Fahrzeugdeck. Und als ich schließlich langsam auf der Rampe des Schiffes hinab auf irischen Boden fuhr, und dabei in die vom wolkenlosen blauen Himmel scheinenden Sonne blinzelte, da war mein Grinsen so breit, dass ich kaum das Visier meines aufgeklappten Helmes schließen konnte.


-> Die Sonne, ähh ich meine, die Klappe geht auf ...


Und mit diesem Lächeln im Gesicht beginnt nun auch die Geschichte dieser Irlandreise...




Fáilte go hÉirinn - Willkommen in Irland


Passkontrollen gibt es nicht, als wir langsam aus dem kleinen Hafen des irischen Städtchens Larne hinaus in den Ort fahren. Wir halten kurz am Straßenrand, um uns zu beratschlagen. Eigentlich wollten wir direkt nach Bushmills in die dortige Jugendherberge fahren. Dort haben wir uns bereits von Deutschland aus ein Zimmer reserviert. Aber das Wetter ist einfach zu gut, und so beschließen wir, noch zu den „Dark Hedges“ zu fahren. Bei diesen „Dunklen Hecken“ handelt es sich eigentlich nur um eine Straße, oder besser gesagt ein Stück einer Straße. Genau 101 Buchen sollen es sein, die da rechts und links an der Bregagh Road in der Nähe des Ortes Ballymoney am Wegesrand stehen, und die ein so ungewöhnliches Bild abgeben, dass sie schon als Drehort für eine Szene in der erfolgreichen Fantasyserie Games of Thrones hergehalten haben.


-> „Dark Hedges“, die „Dunklen Hecken“ auf der Bregagh Road unweit des Örtchens Ballymoney


-> Gut 100 Buchen stehen rechts und links von dieser Straße



Rund 250 Jahre alt sind diese Buchen, und aus Sicherheitsgründen sollten schon einige Dutzend von ihnen gefällt werden. Aber die Iren wehrten sich vehement dagegen: Sie wollen ihre "Dark Hedges" behalten. Und bisher durften Sie das auch.

Richtig voll ist es hier: Autos fahren im Schritttempo, die Beifahrer(innen) filmen den ganzen Weg. Fotografen haben mitten auf der Straße ihr Stativ aufgebaut, um ein Foto zu machen. Andere stehen am Wegesrand und machen Bilder oder sehen sich das ganze Schauspiel einfach nur an. Es ist nicht leicht, ein Foto zu machen, auf dem nur die Straße zu sehen ist. Und so bleiben wir eine ganze Weile hier, bis wir endlich zufrieden mit unserer Fotoausbeute sind und uns auf dem Weg nach Bushmills machen.


-> (Un) Bekannte Fahr-Objekte auf dem Weg nach Bushmills



Die Uhr zeigt fast halb neun, als wir schließlich an der Jugendherberge eintreffen. Das einchecken ist ein wenig problematisch, da zunächst niemand am Empfang ist. Lautes rufen und läuten mit der Glocke, die auf dem Empfangstresen steht, nutzen nichts. Fast eine Viertelstunde lang dauert es, bis endlich ein Mitarbeiter kommt. Er war im nahegelegenen Supermarkt einkaufen, hatte offensichtlich nicht mehr mit uns gerechnet. Dafür bekommen wir ein großes, geräumiges acht-Bett-Zimmer für uns allein. Unsere Maschinen können wir in dem Innenhof direkt am Haus abstellen, der nachts verschlossen wird. Nachdem wir unser Zimmer bezogen haben, gehen wir noch kurz in den Ort, decken uns im Supermarkt mit essbaren ein, und nutzen dann die Selbstversorgerküche in der Herberge. Außer uns haben wir gerade mal vier andere Gäste gesehen. Wegen Überfüllung muss hier anscheinend nicht geschlossen werden.


Wir besprechen noch die Pläne für Morgen. Eine Unterkunft vorgebucht haben wir nicht, sondern wollen uns einfach treiben lassen. Und so ist es fast zwölf Uhr, als wir den Tag beschließen, und schlafen gehen.





Und hier die heute in Irland gefahrene Route:




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2014



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