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Kassel 2016: Mehr als Wilhelmshöhe und documenta


Samstag

“Kassel? Was macht man denn in Kassel…??“

Ich gebe zu, so hörte sich meine erste Reaktion an, als die Idee aufkam, ein Wochenende in Kassel zu verbringen. Bisher kannte ich die Stadt eigentlich nur vom vorbeifahren. Lediglich der Name „Wilhelmshöhe“ sagte mir etwas, dort bin ich als Auszubildender im Rahmen eines Betriebsausfluges einmal gewesen, irgendwann in grauer Vorzeit. Und das dort alle fünf Jahre die „documenta“ stattfindet, die weltweit mittlerweile bedeutendste Ausstellung für zeitgenössische Kunst, konnte ich auch noch als Wissen zu dieser Stadt beisteuern.
Aber sonst … ?

Nun ja, aber warum nicht einfach mal etwas ausprobieren?
Also auf nach Kassel.


Unser erster Weg an diesem Wochenende führt uns in das am 4. September 2015 eröffnet Museum “GRIMMWELT“, in dem wir eine Führung gebucht haben. Wie der Name schon vermuten lässt, ist es den Brüdern Jacob und Wilhelm Grimm gewidmet.


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-> Eingang zur “GRIMMWELT“


Mein erster Gedanke ist da naturgemäß bei den vielen Märchen, die wir den Brüdern zu verdanken haben. Und diese Erwartung wird nicht enttäuscht. Im Gegenteil, die Möglichkeit, interaktiv sogar in die Geschichten einzutauchen, ist ein großer Spaß. Und dass nicht für die Kinder. Ob an einem Tisch mit den sieben Zwergen sitzen, den Spiegel nach dem schönsten im Land befragen oder den Wolf als Großmutter verkleidet im Bett fragen, warum er/sie so große Augen hat – hier ist der Besucher mittendrin statt nur dabei. Wirklich Klasse gemacht.

Aber das ist nur der eine Teil der Ausstellung. In dem anderen geht es um das Leben und Wirken der Brüder, die ja immerhin das größte Wörterbuch der deutschen Sprache aus der Taufe gehoben und weiterentwickelt haben.


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-> Noch schläft der verkleidete Wolf. Wenn man sich aber links auf dem Stuhl setzt, erwacht er zum Leben


Bilder mit Personen aus dem Leben der Brüder Grimm“ title=
-> Bilder mit Personen aus dem Leben der Brüder Grimm


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-> Buchstaben spielen in der “GRIMMWELT“ eine wichtige Rolle


Was ist Glück?“ title=
-> Was ist Glück?


Blauer Tisch an der Wand: Auch die Ernährung der Brüder kommt nicht zu kurz :o)“ title=
-> Blauer Tisch an der Wand: Auch die Ernährung der Brüder kommt nicht zu kurz :o)


Auf der Webseite der GRIMMWELT steht geschrieben, das „Ausstellungshaus richtet sich gleichermaßen an Kinder und Senioren, Familien und Schulklassen, Experten und Laien, Kunst- und Sprachinteressierte sowie an Märchenliebhaber“. Das ist durchaus nicht übertrieben, ich kann dem nur vorbehaltlos zustimmen.

Nach der gut 90 Minütigen Führung steigen wir dem Museumsbau dann auch noch auf das Dach. Das Gebäude wurde auf dem Weinberg errichtet, einen Platz mit hoher stadtgeschichtlicher Bedeutung. Wenn das Wetter heute nicht so schlecht wäre, hätten wir von hier oben eine wunderbare Aussicht. So aber halten wir uns in dem leichten Nieselregen nur kurz hier auf, statten anschließend dem Museumsshop noch einen Besuch ab und verlassen die GRIMMWELT schließlich mit dem Gefühl, noch einmal wiederkommen zu wollen.


Auf dem Dach der GRIMMWELT
-> Auf dem Dach der “GRIMMWELT“


Vom Museum aus führt uns ein kurzer Weg entlang dem Rand des Weinbergs in Richtung eines Bistros. Auch auf diesem Weg hätten wir eine schöne Aussicht, wenn, ja wenn das Wetter besser wäre. Immerhin hat es aufgehört zu regnen, so dass wir unseren kleinen Spaziergang im trockenen machen können.


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-> Spaziergang auf dem Weinberg


Spaziergang auf dem Weinberg“ title=
-> Spaziergang auf dem Weinberg


Nachdem wir uns im Bistro gestärkt haben, fahren wir mit dem PKW zum „Herkules“. Das ist eine 8,30 Meter hohe Kupferstatue, die seit 1717 auf dem Gipfel des Karlsbergs steht und als das Wahrzeichen der Stadt gilt. Vom Parkplatz aus sind es nur einige Meter bis zu dem Oktogon, auf dem die Figur thront.


Der Herkules, Wahrzeichen von Kassel“ title=
-> Der "Herkules", Wahrzeichen von Kassel


Von hier oben haben wir eine wunderbare Aussicht über die gesamte Parkanlage. Auch die Stadt ist gut zuerkennen, bei entsprechender Weitsicht soll der Blick sogar bis in das Mittelgebirge reichen. Heute allerdings ist es nicht nur diesig, es stehen auch mehrere Baukräne hier, so dass unser Ausblick doch ein wenig getrübt ist.


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-> Blick von Herkules hinab auf das Wasserspiel


Aussicht vom Herkules“ title=
-> Aussicht vom Herkules


Blick von Herkules auf Schloss und Stadt“ title=
-> Blick von Herkules auf Schloss und Stadt


Ausblick vom Fuß der Kaskaden hinauf zur Statue des Herkules“ title=
-> Ausblick vom Fuß der Kaskaden hinauf zur Statue des Herkules


Wir machen uns auf dem Weg bergab, entlang den verschiedenen Kaskaden, über die das Wasser strömt, wenn das Wasserspiel aktiviert ist. Das wird erst Morgen Nachmittag wieder gestartet und so gehen wir an trockenen Becken vorbei immer weiter hinab. Morgen wollen wir uns dieses Wasserspiel ansehen, daher verlassen wir recht bald die trockenen Kaskaden und gehen durch den Wald Richtung Löwenburg. Auch außerhalb der Anlage ist das Wasser allgegenwärtig, fließt in kleinen Bächen am Wegesrand entlang.


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-> Wasser auch abseits der Kaskaden


Nach einer kleinen Wanderung erreichen wir die Löwenburg. Diese entstand in der Zeit von 1793 bis 1800. Witzig finde ich, dass sie seinerzeit ganz bewusst als Teilruine erbaut wurde. Sie ist die Nachahmung einer mittelalterlichen englischen Ritterburg und der Verfall ist im romantischen Sinne gewollt. Auch der umliegende Garten gefällt mir gut, hier kann man in Ruhe auf eine der vielen Bänke sitzen oder ein wenig umhergehen.


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-> Die Löwenburg


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-> Im Garten der Löwenburg


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-> Im Garten der Löwenburg


Von der Löwenburg folgen wir den Weg weiter durch den Wald. Das Laufen auf dem weichen Waldbogen macht Spaß, auch hier fließt wieder jede Mange Wasser.


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-> Immer wieder Wasser auf unserem Weg durch den Wald


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-> Immer wieder Wasser auf unserem Weg durch den Wald


Wir folgen dem Weg, bis wir schließlich das Schloss Wilhelmshöhe erreichen. Hier stand früher ein Klosters der Augustinermönche, bevor zwischen 1606 und 1610 Landgraf Moritz von Hessen-Kassel an dieser Stelle ein Jagdschloss erbauen ließ. Aus diesem entwickelte sich von 1786 und 1798 dann das Schloss. Es ist gleichzeitig auch der unterste Punkt der Achse Schloss Wilhelmshöhe <->Herkules. Die Sicht hinauf zur Statue ist wirklich schön.


Blick hinauf zum Herkules“ title=
-> Blick hinauf zum Herkules


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-> Schloss Wilhelmshöhe


Mittlerweile ist es Nachmittag, Zeit, dass wir im Hotel einchecken. Da wir bis zum Abendessen noch ein wenig Zeit haben, mache ich noch einen kleinen Abstecher zu dem in der Nähe gelegenen Kasseler Hauptbahnhof. Nicht, weil der Bahnhof so schön ist, ganz im Gegenteil. Aber mich interessiert der „Himmelsstürmer“ (Original: „Man walking to the Sky“). Das ist eine Skulptur des amerikanischen Künstlers Jonathan Borofsky, die während der „documenta IX“ in Kassel aufgestellt war. Die öffentliche Sympathie für die Skulptur war so groß, dass die Stadt Kassel sie mit Hilfe von Spenden der Kasseler Bürger und verschiedener Stiftungen kaufte und auf dem Bahnhofsvorplatz installierte.


Skulptur
-> Skulptur „Man walking to the Sky" vor dem HBF Kassel


Bei den Kasseler Bürgern heiß diese Skulptur schlicht Himmelsstürmer“ title=
-> Bei den Kasseler Bürgern heiß diese Skulptur schlicht "Himmelsstürmer"


Der Künstler selbst ist allerdings unzufrieden mit dem derzeitigen Standort. Er hätte einen erhöhten Platz außerhalb der Stadt bevorzugt.
Übrigens: Es gibt noch ein weiblich gestaltetes Gegenstück. Das steht in Straßburg.

Den Tag lassen wir schließlich mit einem guten Essen in einem Restaurant ausklingen.




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