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Mini-Kreuzfahrt Kiel -> Oslo und zurück 2010

Klingt ja zunächst mal nicht so toll: "Mini-Kreuzfahrt". Was soll da denn schon bei rumkommen? Mittags Start in Kiel, am nächsten Tag gegen 10:00 Uhr in Oslo, dort gerade mal vier Stunden Aufenthalt, um 14:00 Uhr wieder Abfahrt zurück, und am Folgetag um 10:00 Uhr Ankunft in Kiel. Und was ist, bitteschön, daran jetzt so toll?

Na ja, da ist so einiges, worüber es sich zu berichten lohnt. Aber immer schön der Reihe nach.




Wir sind bei herrlichem Wetter mit dem Zug nach Kiel angereist. Direkt gegenüber dem Hauptbahnhof befindet sich der Anleger der Colorline. Ab 13:00 Uhr ist einchecken, und zuerst habe ich doch groβe Befürchtungen, ob wir alle rechtzeitig an Bord kommen würden, so voll ist es hier. Aber als sich pünktlich um eins die Tore öffnen, geht es recht schnell und professionell. An Bord werden wir von einer Stewardess begrüβt, die uns den Weg in die Kabinen weist: Auf Deck acht sind die, wir müssen also eine Etage nach oben. Dort werfen wir gleich unser Gepäck auf die Betten, dann geht es hinauf auf das Sonnendeck. Aber diese Idee haben auch schon andere gehabt. Es ist richtig voll hier oben, kaum Stühle, geschweige denn Liegen sind noch frei. Auβerdem bekommen wir gleich einen Vorgeschmack auf die Preise hier an Bord: Eine 0,33 Liter Dose Bier kostet 5,15 , ein, wie ich finde, stolzer Kurs.




Wir legen ab, und langsam leert es sich hier oben. Die Menschen erkunden das Schiff, und so genieβen wir zunächst noch ein wenig die Sonne, bevor wir es den anderen gleichtun und einen Rundgang über die verschiedenen Decks starten. Mittelpunkt ist sicherlich die "Flaniermeile" auf Deck sieben. Hier gibt es jede Menge Geschäfte, auβerdem Restaurant, Pizzeria, Tapas-Bar, einen Irischen Pub, und noch ein paar weiterer Lokalitäten. Wem das nicht reicht, kann eine Etage tiefer auf Deck sechs noch den Duty-free-Shop besuchen, der allerdings wohl nur aus norwegischer Sicht günstig ist: Die Preise für Spirituosen und Tabak liegen über denen, die in Deutschland zu finden sind. Für die Unterhaltung am Abend finden sich noch weitere Möglichkeiten: Casino, Nachtclub, Show Lounge und, und, und. Wem es hier langweilig wird, ist selber schuld.




Uns zieht es zunächst aber wieder an Deck. Das Wetter ist richtig gut, und so genieβen wir die Sonne und unsere mitgebrachte Verpflegung auf dem Sonnendeck. Einige andere Gäste machen es wie wir, aber es ist nicht zu voll hier oben. Später passieren wir noch die Brücke über den groβen Belt. Die verbindet die dänischen Inseln Fünen und Seeland, auf der auch die Hauptstadt Kopenhagen liegt. Mit 2694 Metern ist sie die längste Hängebrücke in Europa. Den Abend verbringen wir in der Show Lounge, wo wir uns das Fuβbal WM-Spiel um Platz zwischen Deutschland und Uruguay ansehen. Anschlieβend statten wir noch einmal dem Sonnendeck einen Besuch ab, das aber mittlerweile (es ist fast Mitternacht) eher ein Monddeck ist :-)




Nach einer erholsamen Nacht und einem gutem Frühstück (Buffet für 15,80 ) geht es wieder hinauf an Deck. Wir haben bereits den Oslo-Fjord erreicht, der landschaftlich sehr schön sein soll. Und wirklich: Rechts und Links des Schiffes ist nun Land zu sehen, das bereits recht nahe ist. Kaum zu glauben, dass wir noch rund zwei Stunden bis Oslo fahren müssen. Die Aussicht ist wirklich sehr schön, und bei so manch einsam gelegenem Haus frage ich mich schon, wer hier denn wohl wohnen mag...


Pünktlich um 10:00 Uhr erreichen wir Oslo. Wir verlassen das Schiff, da wir eine Stadtrundfahrt gebucht haben. Direkt am Anleger wartet der Bus auf uns, und kurz darauf geht es auch schon los. Zunächst ein wenig durch die Stadt, anschlieβend fahren wir hinaus zum Frognerpark. Dort hat der norwegische Künstler Gustav Vigeland einen Skulpturenpark erschaffen. Von dort aus fahren wir zum "Holmenkollen", einer riesige Skisprungschanze. Die ist zwar zurzeit noch im Bau, aber schon jetzt der ganze Stolz der Wintersportverrückten Norweger. Den Abschluss der Stadtrundfahrt bildet ein Besuch des Fram-Museum. Die Fram ist das Schiff, mit dem der norwegische Polarforscher Roald Amundsen erstmals den Südpol erreichte. Bereits einige Jahre zuvor war der Norweger Fridtjof Nansen mit dem Schiff in der Arktis unterwegs. Pünktlich zur Abfahrt unseres Schiffes wurden wir wieder zum Anleger gebracht. Es war eine kurzweilige und interessante Rundfahrt gewesen, bei der wir auch viele Informationen über das Land Norwegen und die Menschen hier erhalten haben.



Den Nachmittag und den Abend verbrachten wir wieder überwiegend an Deck. Nur zum essen und zum ansehen des WM-Finales sind wir hinunter in das Innere des Schiffes gegangen. Nach einer kurzen Nacht und einem wiederum guten Frühstück erreichen wir um fast genau 10:00 Uhr Kiel, von wo aus wir mit dem Zug den Heimweg antreten.


Fazit:
Schön war es gewesen, das lange Wochenende hier an Bord. Bestimmt hat auch das gute Wetter seinen Teil dazu beigetragen, aber das Schiff ist schon einen Besuch wert. Ich kann mir durchaus vorstellen, die Tour noch einmal zu machen, dann aber mit zwei bis drei übernachtungen in Oslo. Die kann man entweder gleich bei der Reederei mit buchen, oder aber sich auf eigene Faust eine Unterkunft suchen.


Wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist, hier die Webseite:
www.colorline.de/mini-kreuzfahrt



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