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Minack-Theater, das etwas andere Theater in Cornwall



Im Juni waren wir zum wandern in Cornwall (siehe auch Reisebericht -> Cornwall 2011). Eher zufällig waren wir für eine Nacht in einem Ort Namens "Porthcurno". Zwar hatten wir im Vorfeld bei unserer Reiseplanung von dem dort in der Nähe gelegenen „Minack-Theater“ gelesen und auch Bilder gesehen. Als ich dann jedoch tatsächlich dort stand und einen Blick auf die Anlage warf, war ich doch sehr beeindruckt.




Mein erster Gedanke war, dass die Römer hier etwas Grandioses hinterlassen haben. Doch das stellte sich als falsch heraus. Dieses Theater verdankt seine Existenz einzig und allein dem Engagement, der Durchsetzungskraft und dem Durchhaltevermögen einer einzelnen Frau: Rowena Cade.




In London aufgewachsen, zog sie kurz nach Ende des ersten Weltkrieges hier in die Nähe von Porthcurno, wo sie mit ihrer Familie ein Haus bezog. Schon als kleines Mädchen hatte sie Spaβ an Theateraufführungen: Weniger als Schauspielerin, sondern vielmehr als Organisatorin, die sich um alles kümmerte bis hin zum schneidern der Kostüme. Nachdem sie einige Theaterstücke in ihren Garten hatte aufführen lassen, merke sie, dass dieser wegen des grossen Zuschauerinteresses bald zu klein wurde. Beim Blick auf die Felsen reifte im Jahre 1931 in ihr der Gedanke, für die nächste Aufführung dort die Möglichkeit für eine Vorstellung zu schaffen. Und sie setzte sich durch. Die erste Aufführung, Shakespeares "Der Sturm" (The Tempest), fand im Summer 1932 statt und war ein grandioser Erfolg. Sogar in der „Times“ wurde ein Artikel darüber abgedruckt. Rowena Cade erkannte, dass sie etwas begonnen hatte, womit sie weitermachen muβte. Von nun an bestand ihr Lebenswerk darin, hier an dieser Stelle ein Theater entstehen zu lassen.




Und dies hat sie auch bis zu ihrem Tod im Alter von 90 Jahren konsequent verfolgt. Der Zweite Weltkrieg konnte sie nicht stoppen, auch finanzielle Engpäβe waren kein Hindernis. Tatkräftig packte sie selbst mit an, schleppte Steine und Holzbalken, hantierte mit Hammer, Meiβel und Säge, lebte und arbeitete für Ihre Idee.




Als Sie im Jahre 1983 starb, hatte sie schon längst dafür gesorgt, dass es auch nach ihrem Tod mit ihrem Lebenswerk weiterging: 1976 hatte sie das Theater einer eigens dafür gegründete Stiftung geschenkt. Und so finden auch heute noch Aufführungen in diesem Theater statt.




Für mich ist das Minack-Theater nicht nur optisch ein Highlight. Es zeigt mir auch, was eine einzelne Person in der Lage ist zu leisten.







Offizielle Seite des Theater:
www.minack.com (englisch).




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