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Motorradtour zum Nordkap vom 27.05. – 10.06.2009


 Dienstag, 02.06.2009; Murmansk, Inari und „Grilli“. 

Als der Wecker klingelt, ist es 6:30 Uhr. Warum tue ich mir das eigentlich an? Ich habe Urlaub! Das bedeutet ausschlafen! Laut brummend lasse ich meinen Unmut freien Lauf, aber das interessiert hier niemanden. Kurz darauf kocht das Teewasser, der Tisch ist gedeckt, und ein Blick aus dem Fenster zeigt schönes Wetter. Ich habe geduscht, und sitze halbwegs zufrieden am Tisch. Wenigstens komme wir auf diese Weise früh los.

Richtung Norden geht es, na klar. Wir wollen zum Inari See, und folgen dafür der E75. In Ivola an der Südspitze des Sees zeigt ein Thermometer 12° C an. Und an einem Kreisverkehr gibt es nach rechts eine Abzweigung nach Murmansk: schlappe 303 Kilometer sind es bis dahin. Wir allerdings fahren weiter geradeaus und treffen kurz darauf in Inari ein, der Stadt, die dem See den Namen gab. Viel los ist hier nicht. Kurz hinter dem Ortseingangsschild halten wir an einem Supermarkt. Dort kaufen wir ein paar Sachen für die nächsten beiden Tage ein. Danach einmal kurz am Gashahn gedreht, und schon sind wir wieder raus aus der Stadt.






Wir setzen unseren Weg fort, und halten kurz darauf an einem „Grilli“ an. Ich würde das mal ganz frei mit „Pommesbude“ übersetzen, und es ist in kurzer Zeit mein Lieblingswort auf Finnisch geworden. Wir sitzen in der Sonne, und essen uns satt. Leider zieht sich der Himmel langsam aber sicher zu. Wir hoffen, das es zumindest trocken bleibt. Was ebenfalls zunimmt, sind die Rentiere rechts und links der Straβe. Hier gibt es keine Zäune, und so müssen wir ständig damit rechnen, dass eines der Tiere auf die Straβe springt. äuβerste Konzentration ist also angesagt.




Bald darauf, hinter Kaamanen, verlassen wir die E75, und biegen ab auf die 92. Jetzt geht es zügig Richtung Norwegen. Plötzlich wird die Straβe sehr breit. Auf eine längere Strecke ist sie nun in jeder Richtung zweispurig. Markus weiβ später zu berichten, dass dieser Abschnitte der finnischen Armee als Start- und Landeplatz für Flugzeuge dient. So können im Ernstfall sehr schnell viele Soldaten in den hohen Norden gebracht werden. Und Güter natürlich auch.




Schlieβlich erreichen wir die Grenze nach Norwegen, die sich nur durch ein groβes Schild bemerkbar macht. Und fast sofort verändert sich die Landschaft. Auf der linken Seite ist eine groβe Schlucht, in der unten ein breiter Fluss flieβt. Rechts und geradeaus sind Berge, zum Teil noch schneebedeckt. Ich mag diese raue Landschaft, ich finde sie viel schöner, als die endlosen Wälder von Finnland.

Schlieβlich erreichen wir einen Ort namens Skoganvarra. Zunächst tanken wir unsere Maschinen auf. Dann folgen wir einem Schild, das uns zu einem Campingplatz mit Hütten führt. Laut Karte sind es von hier knapp 200 Kilometer bis zum Nordkap, das sollte Morgen möglich sein. Die Hütten sind nichts besonderes, wir suchen uns eine aus, Johannes drückt den Preis von 1.000 Kronen für zwei Nächte auf 900 Kronen, und bald darauf laden wir die Motorräder ab, und machen es uns in der Hütte gemütlich. Dann kümmern wir uns um unsere Mopeds. Bei mir muss die Kette nach gespannt werden. öl ist bei allen noch OK. Getankt haben wir gerade erst, dabei auch den Reifendruck geprüft. Der obligatorische Spaziergang rundet den Tag ab. Wir wollen Morgen früh los, und hoffen, dass das Wetter mitspielt. Von Sonne wollen wir gar nicht träumen. So, wie der Himmel zurzeit aussieht, können wir schon froh sein, wenn es trocken bleibt.





Zu Tag 8

Nordkap
2009



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