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2016: Auf dem Dortmund-Ems-Kanal-Radweg


Tag drei: Von Münster nach Rheine

Nach einen guten und ausgiebigen Frühstück holen wir unsere Räder aus dem Fahrradkeller. Es ist fast halb zehn, als wir von der JH starten und den Weg Richtung DEK suchen. Aber wir finden keine Beschilderung, keinen Wegweiser. Wir fahren auf „gut Glück“ in die Richtung, wo der Kanal in etwa ist, fragen zwischendurch Passanten und benötigen so eine gute halbe Stunde, bis wir endlich wieder den Radweg gefunden haben. Das hebt nicht gerade die Stimmung und trägt gemeinsam mit dem Radfahrerchaos und der Touristensteuer nicht gerade dazu bei, hierher wiederkommen zu wollen.


Start an der JH in Münster -> Start an der JH in Münster


Kurz darauf erreichen wir die Schleuse Münster und auch hier gibt es Irritationen: Wo geht es hier eigentlich weiter? Wir finden den Weg hinab auf den Radweg nicht. Auch ein anderer Radfahren, den wir ansprechen, zuckt nur mit den Schultern. Schließlich, nach einem Fehlversuch, der uns fast wieder zurück Richtung Stadt bringt, finden wir endlich einen Radfahrer, der uns den richtigen Weg weisen kann.


Die Schleuse in Münster -> Die Schleuse in Münster


Die Schleuse in Münster -> Die Schleuse in Münster


Adieu chaotisches Münster.
Endlich!

Wir folgen dem Kanal Richtung Norden. Das Wetter ist recht gut, unsere Laune entsprechend auch. Der Weg führt immer direkt am Wasser entlang, nur wenn wir die Kanalseite wechseln, müssen wir über ein kurzes Stück Straße fahren. Unsere Begleiter sind Schiffe und Enten, die auf dem Kanal dahin ziehen. Und es sind nicht nur große Kanalschiffe, die wir hier zu sehen bekommen. Auch kleine und große Jachten schippern hier entlang. An Abwechslung mangelt es uns also nicht :o)


Radweg entlang des Kanals -> Radweg entlang des Kanals


Idylle am Kanal -> Idylle am Kanal


Idylle am Kanal -> Idylle am Kanal


Unsere Fahrt führt uns vorbei an Gelmer und Schmedehausen, kurz dahinter fahren wir unter der Autobahnbrücke der A1 hinweg. Oben Geschwindigkeit und Hektik, unten Langsamkeit und Entschleunigung. Ich bin ehrlich gesagt froh, im Augenblick unten zu sein. Apropos Brücke: 160 Eisenbahn-, Straßen-, Wege- und Fußgängerbrücken sowie 6 Rohr-/Kabelbrücken überqueren den DEK. Hinzu kommen noch Unterquerungen, nämlich 59 Durchlässe und Düker sowie 139 Rohr- und Kabeldüker. Bei einem Kanalbau muss man also nicht „nur“ dafür sorgen, dass Wasser in die Rinne kommt. Sondern auch, dass man darüber hinweg bzw. darunter her kommt.
Es ist schon interessant, was unserer Radführer alles so weiß …

In der Nähe von Ladbergen gibt es ein Schuhmachermuseum. Auch das weiß unserer „schlaues Buch“. Was es anscheinend nicht weiß, ist, dass es nur nach Absprache geöffnet hat. Daher biegen wir kurz darauf voller freudiger Erwartung von dem Kanal ab und folgen den Schildern zum Museum. Wir wollen uns dort nicht nur das Schuhmacherhandwerk im Wandel der Zeit ansehen. Vielmehr lockt uns auch eine Pause in einem Café, das sich ja eigentlich bei jedem Museum befindet. Es ist mittlerweile fast halb zwei, beste Zeit also für eine Stärkung. Umso größer die Enttäuschung, als wir vor verschlossenen Türen stehen. Wirklich schade. Sowohl Museum als auch Café wären jetzt eine willkommene Abwechslung gewesen.


Das Schuhmachermuseum bei Ladbergen -> Das Schuhmachermuseum bei Ladbergen


Also fahren wir weiter am Kanal entlang Richtung Dörenthe. Und verfahren uns kolossal. Der Weg führte ein Stück lang nicht direkt am DEK entlang, sondern durch Wiesen und Felder. Dann haben wir anscheinend den Abzweig zurück auf den Weg verpasst und stehen kurz darauf im Wald. Der ohnehin sehr schlechte Weg hört plötzlich ohne Vorwarnung auf und uns bleibt nichts anderes übrig, als umzukehren. Kurze Zeit später stehen wir vor einem großen Tor, an dem wir zuvor vorbei gefahren sind. Nun sehen wir uns das Schild darauf genauer an. Darauf steht, dass wir es nach der Durchfahrt wieder gewissenhaft schließen sollen. Dies soll den Wildwechsel eindämmen. Na toll, wir hatten gedacht, hier wäre die Durchfahrt verboten. Also Tor auf, hindurchfahren und Tor wieder zu. Und schon treffen wir wieder auf den Kanal und seinen Radweg. Trotzdem bessert sich unsere Laune nicht wesentlich. Wir sind seit heute Morgen unterwegs, haben nur Wasser und einen Müsliriegel als Verpflegung gehabt. Die Cafés, an denen wir bisher vorbei kamen, hatten entweder Ruhetag oder Ferien oder waren komplett geschlossen. So dauert es bis Dörenthe, bis wir endlich eine Pause mit Kaffee und Kuchen machen können. Mittlerweile ist es halb vier, diese Stärkung ist auch dringend nötig.


Auf dem Radweg abseits des Kanals -> Auf dem Radweg abseits des Kanals


Pause in Dörenthe -> Pause in Dörenthe


Gestärkt und zufrieden radeln wir bald darauf weiter. Nach Dörenthe führt der Radweg wieder direkt am Kanal entlang, so habe ich das sowieso am liebsten. Hier stehen zum Teil sehr schöne Häuser direkt am Kanal, es macht bestimmt Spaß, hier zu wohnen.


So macht das Radfahren Spaß -> So macht das Radfahren Spaß


Wohnen am Dortmund-Ems-Kanal -> Wohnen am Dortmund-Ems-Kanal


Hinter Riesenbeck kommt das „Nasse Eck“, wo der Mittellandkanal in den DEK fließt. Hier könnte man gut eine Pause machen, wir aber fahren weiter, an Bevergern mit seiner Schleuse vorbei immer schön am Kanal entlang, bis wir schließlich Rheine erreichen.


Das „Nasse Eck“. Der Mittellandkanal fließt in den DEK -> Das „Nasse Eck“. Der Mittellandkanal fließt in den DEK


An der Schleuse Bevergern -> An der Schleuse Bevergern


Die Schleuse Bevergern
-> Die Schleuse Bevergern


Mittlerweile ist es fast halb sechs. Wir verlassen den DEKR und suchen in Rheine die Jugendherberge. Dort beziehen wir die Zimmer, duschen und machen uns dann auf in den Ort. Der Weg führt uns zunächst durch den Stadtpark und dann weiter in die Stadt. Dabei kommen wir auch an eine überraschend große, dreischiffige Basilika vorbei. Davor steht die Statue des heiligen Antonius von Padua. Der ist auch Namensgeber für diese Basilika, sie heißt nämlich „St.-Antonius-Basilika“. Im Reiseführer lese ich, dass sie erst zwischen 1899 und 1905 erbaut wurde. Ich habe sie, ehrlich gesagt, für wesentlich älter gehalten.

Im Stadtpark von Rheine -> Im Stadtpark von Rheine


Die „St.-Antonius-Basilika“ in Rheine
-> Die „St.-Antonius-Basilika“ in Rheine


Statue des heiligen Antonius von Padua -> Statue des heiligen Antonius von Padua


Rheine selber oder zumindest das, was ich davon sehe, haut mich nun nicht gerade aus den Schuhen. Wir folgen zunächst der Straße, überqueren dann die Ems auf einer kleinen Fußgängerbrücke, entdecken kurz dahinter im Schatten einer weiteren Kirche, St. Dionysius, ein Lokal, wo wir draußen sitzen können. Dort genießen unser Abendessen im letzten Sonnenschein des Tages. Auf dem anschließenden Gang zurück zur JH decken wir uns in einem Supermarkt noch mit Wasser und Keksen für Morgen ein. Gegen 22:00 Uhr ist dann Feierabend für heute.



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