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2016: Auf dem Dortmund-Ems-Kanal-Radweg


Tag vier: Von Rheine nach Meppen

Das Wetter ist wirklich prima heute Morgen. Die Sonne lacht vom blauen Himmel und die Temperaturen sind immerhin schon so angenehm, dass wir uns dazu entschließen, draußen auf der Terrasse zu frühstücken. Wir sind die ersten hier, aber nach und nach kommen auch die wenigen anderen Gäste der Jugendherberge. Da ist ein Pärchen mittleren Alters, das wir gestern Morgen auch schon beim Frühstück in der JH Münster gesehen haben, genauso wie vier die Mädchen, die anscheinend die Sommerferien für eine Tour nutzen. Hinzu kommt noch ein älterer Mann mit einem kleinen Mädchen, vermutlich seiner Enkelin. Und ein Soloradfahrer sowie ein Paar mit drei kleinen Kindern. Alle frühstücken draußen, aber jeder setzt sich für sich allein. Außer ein „Guten Morgen“ bekommt niemand ein Wort heraus. Es ist wohl zu früh, um Konversation zu betreiben. Oder das Koffein fehlt noch :o)

Die JH in Rheine -> Die JH in Rheine


Bis wir schließlich starten, ist es fast zehn Uhr. Auf unseren Rädern suchen wir den Weg zum Kanal und finden ihn dank guter Ausschilderung auch sehr schnell. Unsere Fahrt gestaltet sich zunächst recht einfach: Wir fahren Richtung Norden immer in Fahrtrichtung links vom Kanal. Es sind kaum Schiffe unterwegs, andere Radfahrer oder Fußgänger auch nicht. So strampeln wir vor uns hin, unterhalten uns oder genießen einfach nur die Ruhe um uns herum.

Radfahren direkt am Kanal entlan -> Radfahren direkt am Kanal entlang


Aber wie es so ist, lange währt dieses entspannte dahinrollen leider nicht. Nach knapp einer Stunde zeigt der Wegweiser des DEKR vom Kanal weg. Die Strecke direkt am Wasser entlang ist nicht mehr befahrbar und führt stattdessen durch Wald, Feld und Wiese. Echt blöd, das habe ich zu Hause auch, dafür muss ich hier nicht langfahren.

Hier geht es nur sehr ungemütlich weiter ... -> Hier geht es nur sehr ungemütlich weiter ...


... also weichen wir auf die Strasse aus -> ... also weichen wir auf die Strasse aus


Eine knappe halbe Stunde später treffen wir auf die Schleuse Hesselte. Hier wollen wir eigentlich die Kanalseite wechseln und wieder direkt am Wasser entlang fahren. Aber eine Radlerin kommt uns genau von dort entgegen. „In ungefähr einen Kilometer wird die Strecke unpassierbar. Ich musste leider umdrehen“ erzählt sie uns. So ein Mist. Also wieder weg vom Kanal, wieder durch Wald und Feld, wieder nichts mit entspannt am Wasser entlang radeln.

An der Schleuse Hesselte -> An der Schleuse Hesselte


An der Schleuse Hesselte -> An der Schleuse Hesselte


Apropos Schleuse: Genau zehn davon befinden sich entlang des DEK: In Henrichenburg, Münster, Bevergern, Rodde, Altenrheine, Venhaus, Hesselte, Gleesen, Varloh und Meppen. Außerdem gibt es noch fünf Ems-Staustufen in Hüntel, Hilter, Düthe, Bollingerfähr und Herbrum. Und am Emswehr Hanekenfähr gibt es eine Sperrschleuse, die bei Ems-Hochwasser in Betrieb genommen wird. Also nicht nur Brücken und Tunnel sind beim Bau des Kanals zu berücksichtigen, auch genügend Schleusen für den Höhenausgleich werden benötigt. Ziemlich umfangreich, so ein Kanalbauprojekt.

Von Hesselte bringt uns eine recht kurze Fahrt zur Schleuse Gleesen. Direkt dahinter fließt von Westen kommend die Ems in den DEK, der jetzt nicht mehr als künstliches Wasserbett dahinfließt, sondern den natürlich Verlauf des Flusses nutzt. Von der anderen Seite kommt auch noch die „Große Aa“ dazu. Über eine Holzbrücke queren wir das Wasser und müssen direkt danach zum ersten Mal eine richtige Steigung bewältigen. Nur kurz zwar, aber selbst im kleinsten Gang ist es eine Herausforderung.

Hinter der Schleuse Gleesen fließt die Ems in den Dortmund-Ems-Kanal -> Hinter der Schleuse Gleesen fließt die Ems in den Dortmund-Ems-Kanal


Eine kleine, aber feine Steigung direkt am Kanal -> Eine kleine, aber feine Steigung direkt am Kanal


Ab hier folgen wir dem Wasserlauf mal direkt, mal in unmittelbarer Nähe bis zu dem Örtchen Hanekenfähr, wo der DEK wieder von der Ems abzweigt und seinen eigenen Weg geht. Oder besser, fließt. Wobei, so ganz „eigen“ ist der Weg nicht. Vielmehr folgt der DEK als Seitenkanal der Trasse des 1828 gebauten Ems-Hase-Kanals. Uns ist das egal, wir radeln in Fahrtrichtung links direkt am Ufer entlang und erreichen bald darauf Lingen. Fast halb zwei ist es und wir beschließen, in dem Ort nach einem Café zu suchen, um uns mit Kaffee bzw. Tee und Kuchen zu stärken.

Nach dieser kleinen Auszeit fahren wir zurück zum Kanal. Und sehen uns gleich darauf irritiert an. Laut Wegweiser sind es noch 34 Kilometer bis Meppen, laut Karte sollen es aber nur rund zwanzig sein. Wir entschließen uns, einfach am Kanal entlang weiter zu fahren und abzuwarten, wie weit es tatsächlich wird.

Möwen -> Reden die etwa über uns?


Kurz nach einer Abzweigung zu einem Ort namens „Biene“ wird der Weg aber quasi unpassierbar. Eine Brücke zum wechseln der Kanalseite ist weit und breit nicht in Sicht. So bleibt uns leider nichts weiter übrig, als auf der direkt neben dem Kanal gelegenen B70 zu fahren. Schnurgerade wie an einer Linie gezogen führt die gen Norden. Zum Glück gibt es hier einen Radweg, der durch einen breiten Grünstreifen von der Straße getrennt ist. Trotzdem: Schön ist das nicht und so hatten wir uns das auch nicht vorgestellt.

Gegen 16:00 Uhr erreichen wir schließlich Meppen. Unser erster Weg führt uns zur Touristeninformation. Dort lassen wir uns eine Unterkunft vermitteln. Hier in Meppen wollen wir zwei Nächte bleiben und den morgigen Tag für eine Stadterkundung nutzen. Unser Hotel liegt sehr zentral, direkt am Marktplatz und ist somit der ideale Ausgangspunkt für unser Vorhaben.

Hotel in Meppen
-> Unser Hotel in Meppen, direkt am Marktplatz


Nachdem wir unsere Sachen ausgepackt und die Räder in der hauseigenen Garage eingeschlossen haben, gönnen wir uns ein leckeres Abendessen im hoteleigenen Restaurant. Anschließend noch ein kleiner Spaziergang, dann beschließen wir den heutigen Tag.





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