G e s c h i c h t e n    u n d    B i l d e r    v o n     U n t e r w e g s



Startseite Geschichten von unterwegs Favoriten im Web Briefkasten



2016: Auf dem Dortmund-Ems-Kanal-Radweg


Tag sechs: Von Meppen nach Leer

Nach dem Frühstück starten wir gegen 9:30 Uhr. Der Himmel ist bewölkt, aber es ist trocken. Und wir sind guter Dinge, dass es auch so bleibt. Der Weg zum Kanal führt uns wie gestern über die Hase-Ems-Brücke, kurz dahinter dann links auf einen kleinen Zuweg, bis wir schließlich wieder am Wasser entlang radeln. Kurz darauf queren wir auf einer Holzbrücke den Ems-Altarm Roheide Ost. Auf und an dem Kanal ist noch nicht viel los und wir strampeln guten Mutes dahin.

Holzbrücke über den Ems-Altarm Roheide Ost -> Holzbrücke über den Ems-Altarm Roheide Ost


Rund eine halbe Stunde nach unserem Start in Meppen erreichen wir die Schleuse Hüntel. Hier wechseln wir nicht nur die Kanalseite, ab hier führt der Weg auch nicht mehr am Wasser entlang, sondern zunächst über eine recht gut zu befahrene Landstraße, anschließend über einen asphaltierten Weg durch den Wald. Schön finden wir das nicht, sind aber froh, dass es noch trocken ist. Der Himmel wird immer dunkler, die Wolken immer grauer und innerlich haben wir uns bereits auf einen Regenguss eingestellt, der allerdings bisher noch auf sich warten lässt.

Schleuse Hüntel -> Die Schleuse bei Hüntel


Schleuse Hüntel -> Die Schleuse bei Hüntel


Auch das ist der DEK-Radweg -> Auch das ist der DEK-Radweg


Kurz bevor wir gegen 11:00 Uhr Haren an der Ems erreichen, führt uns der Weg wieder direkt an den Kanal heran. In Haren biegen wir dann ab Richtung Innenstadt, wo wir uns eine kleine Pause gönnen. Der heiße Kakao kommt gerade recht, denn es ist nicht nur stark bewölkt, es ist auch recht kühl. Später, auf dem Weg zurück zum Kanal, kommen wir an der St.-Martinus-Kirche vorbei. Diese wird im Volksmund auch gerne „Emslanddom“ genannt und wurde erst 1908 - 1911 erbaut. Mit ihrer 58 Meter hohen, grünen Kuppel überragt sie die Stadt. Nach unserem Sightseeingtag gestern in Meppen haben wir allerdings keine Lust auf Besichtigungen, daher fahren wir nach einem kurzen Fotostopp zurück zur Ems und radeln weiter gen Norden.

Die St.-Martinus-Kirche in Haren -> Die St.-Martinus-Kirche in Haren


Der Weg führt nun teilweise direkt am Wasser entlang, teilweise aber leider auch wieder durch Feld, Wald und Flur. Wirklich schade, so hatte ich mir den „Dortmund-Ems-Kanal-Radweg“ nicht vorgestellt. Wir passieren Schleuse Hilter und fahren ohne große Unterbrechungen weiter bis Lathen. Hier zweigt die Ems nach links ab, wir aber folgen weiter geradeaus dem DEK. An der Schleuse in Düthe würden wir gerne eine Pause mache, allerdings ist dortige Gasthaus leider geschlossen.

Schleuse bei Hilter -> Schleuse bei Hilter


Schleuse bei Hilter -> Die warten wohl auf schönes Wetter ...


Schleuse Düthe -> Schleuse bei Düthe


So fahren wir weiter bis Steinbeck und kehren im dortigen „Marinapark Emstal“ ein. Das Areal hier ist schon beeindruckend groß. Jede Menge Wohnwagen und –mobile stehen hier, aber auch Ferienhäuser sind hier zu finden. Da der Himmel mittlerweile ein wenig freundlicher aussieht, setzen wir uns draußen vor dem kleinen Gasthof und stärken uns mit einem Erdbeereisbecher. Immerhin ist es schon fast zwölf Uhr, da haben wir uns diese Pause verdient. Es sind nicht viele Radfahrer, die hier vorbeifahren, aber wenn, haben sie alle Gepäck dabei, scheinen wie wir eine Tour entlang des DEK zu machen.

Eine gute halbe Stunde sitzen wir hier, dann fahren wir weiter. Am Kanal ist jetzt ein wenig mehr los. Das eine oder andere Schiff kommt uns entgegen, ein paar Fußgänger sind auch unterwegs, die meisten mit Hund. Das fahren direkt am Kanal entlang macht auf jeden Fall wesentlich mehr Spaß als durch die Felder. Wir passieren die Schleuse Bollingerfähr, fahren vorbei an Lehe bis Aschedorf.

Ab Aschedorf verlassen wir den Kanal mal wieder und folgen dem Weg durch Feld und Wiese. Nicht zum ersten Mal ärgere ich mich darüber. Es heißt doch „Dortmund-Ems-Kanal-Radweg“ und nicht „Nähe-Dortmund-Ems-Kanal-Radweg“. Spaß macht das hier wirklich nicht.

Mit dieser Aussicht macht das radeln Spaß -> Mit dieser Aussicht macht das radeln Spaß


Schleuse Bollingerfähr -> Schleuse Bollingerfähr


Radweg zwischen Lehe bis Aschedorf -> Radweg zwischen Lehe bis Aschedorf


Gegen drei Uhr erreichen wir die Meyer Werft in Papenburg. Wir hatten darüber nachgedacht, dort zu versuchen, noch kurzfristig einen Besichtigungstermin zu bekommen. Allerdings habe ich gerade ein Problem. Oder besser, mein Rad hat eins: Der Mantel an meinem Hinterreifen beginnt sich aufzulösen. An mehreren Stellen ist er bereits ausgefranst, der Schlauch drückt sich durch. Davon war zu Hause beim Start der Tour noch nichts zu sehen. Also fahren wir statt zur Meyer Werft direkt nach Papenburg hinein und fragen uns durch bis zum „Radhaus“. In diesem kleinen Fahrradladen wird uns schnell und kompetent geholfen. Und während mein Rad einen neuen Mantel bekommt, stärken wir uns gleich um die Ecke bei einem kleinen Bäcker mit einem Stück Kuchen. Kurz überlegen wir, uns hier in Papenburg eine Unterkunft für die Nacht zu suchen, aber wir haben noch Lust auf Fahrradfahren. Ein Blick auf die Karte zeigt Leer als nächsten größeren Ort an und mit einem Telefonanruf reservieren wir uns Plätze in der dortigen Jugendherberge. Es ist schon fast viertel vor fünf, als wir mein Fahrrad abholen können und es mit neuem Mantel und gut gestärkt weiter gen Norden geht.

Die Meyer Werft in Papenburg -> Die Meyer Werft in Papenburg


Die Meyer Werft in Papenburg -> Die Meyer Werft in Papenburg


In der Innenstadt von Papenburg -> In der Innenstadt von Papenburg


Nur recht kurz allerdings währt unsere Freude, wieder am Wasser entlang zu fahren. Schon bald verabschiedet sich der Weg nämlich wieder von der Ems und führt neben einem Deich entlang. Zwar gibt es unterwegs auch hier die eine oder andere kleine Abwechslung, wie die Mühle in Mitling Mark. oder auch die vielen Schafe, die auf dem Deich stehen und durch einen Zaum von unserem Weg getrennt sind. Aber wir würden doch viel lieber direkt am Wasser entlang radeln. Erst zum einhundertsten Geburtstag, im Jahr 1999, wurde diese Radroute eröffnet. Schade, dass man zu der Zeit und auch später nicht in der Lage war, einen Weg durchgängig am Ufer entlang zu führen. Überhaupt habe ich das Gefühl, dass hier vieles Stückwerk ist. Anscheinend sind für jeden Abschnitt des DEKR immer verschiedene Personen verantwortlich. Vermutlich wäre es besser, wenn es eine Art Oberaufsicht gäbe, die diesbezüglich den Hut aufhat und koordiniert. Und den Weg auch selber einmal fährt. Dann würden diese Fahrten abseits des Kanals vielleicht weniger. Hier und heute kommt es aber leider noch schlimmer: Auf den letzten ungefähr zehn Kilometer bis Leer ist es dann sogar kein eigener Radweg mehr, sondern wir fahren direkt auf der Straße. Die ist zwar nicht übermäßig viel befahren, trotzdem macht es uns überhaupt keinen Spaß, ständig auf Autos zu achten, die uns überholen wollen. Da wir eigentlich nebeneinanderfahren möchten, müssen wir dann immer Platz machen. Nein, Fahrspaß ist definitiv etwas anderes. Kurz vor Leer biegen wir schließlich vom Radweg ab und fahren Richtung Innenstadt.

Mühle in Mitling Mark -> Mühle in Mitling Mark


Schafe am Deich neben dem Radweg -> Schafe am Deich neben dem Radweg


Auf der Eisenbahnbrücke über die Ems in Richtung Leer -> Auf der Eisenbahnbrücke über die Ems in Richtung Leer


Es ist mittlerweile schon nach 18:0 Uhr, als wir schließlich an der JH Leer eintreffen. Wir checken nur kurz ein und machen uns dann sogleich auf den Weg in den Ort. Im letzten Jahr waren wir mal an einem Wochenende hier (siehe Reisebericht Leer 2015), daher kennen wir uns noch ein wenig aus und finden sogleich ein nettes Lokal für ein kleines Abendessen. Anschließend setzen wir uns noch vor der Jugendherberge und lassen den Tag Revue passieren. Mit 102 Kilometer war dies heute unsere „Mammutetappe“, trotz der Reparatur in Papenburg. Und obwohl es zwischendurch nicht danach aussah, so ist es doch den ganzen Tag lang trocken geblieben. Wir hoffen, dass das auf unserer letzten Etappe Morgen auch so bleibt.





Zu Tag 7



DEK-Radweg
2016



Tag 1

Tag 2

Tag 3

Tag 4

Tag 5

Tag 6

Tag 7

nach oben


© by "tournotizen.de"   |   E-Mail: detlev-online[at]gmx.de | Impressum