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2016: Auf dem Dortmund-Ems-Kanal-Radweg


Tag sieben: Von Leer nach Emden

Was mich in der JH Münster schon gewaltig störte, war auch hier in Leer ein Ärgernis: Das Fenster im Zimmer ließ sich nur kippen, nicht richtig öffnen. So kam kaum frische Luft in den Raum hinein. Und das bisschen, was hindurch kam, wurde von den dunklen, sehr schweren Vorhängen gestoppt. Daher war es sehr warm im Zimmer und ich habe richtig schlecht geschlafen. Meine Laune ist deshalb zunächst nicht die allerbeste an diesem Morgen. Und daran ändert auch das recht gute Frühstück nichts. Erst ein Blick nach draußen, der zeigt, dass es trocken ist, hebt meine Stimmung ein wenig. Schließlich ist es die recht gute Wettervorhersage, die mich „erträglich“ werden lässt :o)

Um neun Uhr starten wir von der Jugendherberge. Der Weg zum DEKR ist ausgeschildert und führt uns zunächst aus Leer hinaus. Dann überqueren wir über eine Brücke die Ems und biegen schließlich auf den Radweg ab. Der führt nun ständig an einem Deich entlang, hinter dem allerdings nicht die Ems liegt. Die ist ca. 100 bis 200 Meter weiter im Landesinneren. Oben auf dem Deich können wir nicht fahren, wir müssen den Weg unten neben dem Deich nehmen. Und den teilen wir uns mit unzähligen Schafen. Die sind hier nicht durch einen Zaun vom Radweg getrennt, sondern blöken und liegen hier mitten auf dem offiziellen Radweg. Sie gehen auch nicht zur Seite, wenn wir angeradelt kommen, selbst wenn wir mit vehemenz klingeln. Also fahren wir in Schlangenlinie an ihnen vorbei, wobei die Schafe sich nicht im Mindesten durch uns stören lassen. Dafür liegen ihre Haufen überall auf dem Weg. Diese „Schiete“ klebt am Reifenmantel fest, türmt sich dann am Schutzblech auf, so dass wir zwischendurch anhalten und alles reinigen müssen, damit wir weiterfahren können. Für einen höchst offiziellen Radweg ist das ein Unding, finde ich!

Über die Emsbrücke aus Leer hinaus zurück auf den Radweg -> Über die Emsbrücke aus Leer hinaus zurück auf den Radweg


Dortmund-Ems-Kanal-Radweg? Oder Highway der Schafe? -> Dortmund-Ems-Kanal-Radweg? Oder Highway der Schafe?


Über Jemgum führt uns der Weg bis Ditzum. Dort sehen wir endlich auch das Wasser wieder. Die Ems ist hier schon recht breit. Kein Wunder, schließlich fließt sie nur ein paar hundert Meter weiter zunächst in den Dollart, dann in die Nordsee. Von Ditzum aus fährt eine Fähre hinüber nach Petkum. Als wir oben am Deich stehen und den Ausblick auf den hübschen, kleinen Hafen genießen, sehen wir sie auch schon dort stehen. Die ersten Passagiere gehen bereits an Bord des kleinen Schiffes. Wir schauen auf die Uhr, es ist kurz vor zwölf. Sie wird wohl gleich ablegen, daher beeilen wir uns, hinunter in den Ort und zum Hafen zu kommen. Und diese Eile wird mir fast zum Verhängnis, als ich mit dem Reifen an einen Bordstein entlang schleife und heftig ins Schleudern gerate. Mit Mühe und viel Glück kann ich einen Sturz verhindern. Puh, gerade nochmal gutgegangen. Wir fahren auf die Fähre, direkt hinter uns sind noch zwei weitere Radfahrer und schon starten wir die Überfahrt.

Blick auf den Ort Ditzum -> Blick auf den Ort Ditzum


Hafen von Ditzum -> Der kleine Hafen von Ditzum


Die Fahrt mit der Fähre dauert rund zehn Minuten und kostet 3,- € pro Person inklusive Rad. Eigentlich ist hier das Ende des Dortmund-Ems-Kanal-Radweg, denn hier endet schließlich auch der Dortmund-Ems-Kanal. Im Reiseführer verläuft der Radweg allerdings noch weiter bis Norden/Norddeich. Warum, kann ich nicht sagen, aber wir verspüren keine Lust, weiter durch die Felder und entlang von Deichen zu fahren. Wir werden weiterfahren bis Emden und dort die Tour beenden. Schließlich ist Emden die Stadt, bei der der DEK in die Nordsee mündet.

Nachdem das geklärt ist, genieße ich die verbleibenden Minuten der kurzen Überfahrt. Wir haben Glück mit dem Wetter, hier an Deck ist es gerade sogar ein wenig sonnig, auch wenn sich im Hintergrund schon die dunklen Wolken aufschichten.

Blick in das Steuerhaus der kleinen Fähre
-> Blick in das Steuerhaus der kleinen Fähre


Auf dem Weg von Ditzum nach Petkum -> Auf dem Weg von Ditzum nach Petkum


Auf dem Weg von Ditzum nach Petkum -> Auf dem Weg von Ditzum nach Petkum


In Petkum angekommen, folgen wir der Beschilderung des DEKR Richtung Emden. Leider ist der richtige Radweg wegen Bauarbeiten schon nach wenigen hundert Metern gesperrt. Die Umleitung führt an einer Hauptstraße entlang, neben der es zwar einen Radweg gibt, was aber trotzdem nicht besonders viel Spaß macht.

Ankunft der Fähre in Petkum -> Ankunft der Fähre in Petkum


Endspurt nach Emden -> Endspurt nach Emden


In Emden ist es sehr voll. Kein Wunder, schließlich ist es Samstag und es ist Hauptsaison. Mit ein wenig Glück finden wir am Rand der Fußgängerzone einen Tisch in einem Restaurant und lassen uns ein kleines Mittagessen schmecken. Und dabei auch unsere Tour entlang des Dortmund-Ems-Kanales ausklingen …

Emden -> Wir sind am Ziel - Emden




Mein persönliches Fazit:

„Die Rad-Route Dortmund-Ems-Kanal ... vom Pott bis zur Waterkant“

Diesen Satz habe ich mal irgendwo gelesen. Wobei „Pott“ recht negativ klingt, „Waterkant“ dagegen nach Urlaub und Erholung. Ich habe den Weg ehrlich gesagt genau anders herum empfunden. Im südlichen Bereich, im „Pott“, hat das fahren Spaß gemacht. Fast immer führte die Route direkt am Wasser entlang, wenn mal Industrie den Weg versperrte, wurde einfach die Seite gewechselt. Je weiter wir nördlich und somit zur „Waterkant“ kamen, umso mehr führte uns der Radweg vom Wasser weg, durch Wiesen und Felder, durch Wälder und teils auch über Landstraßen. Und am Schluss, kurz vor dem Ziel, war dann vom Kanal bzw. der Ems überhaupt nichts mehr zu sehen. Nur Deich und Schafe.

So hatte ich mir das im Vorfeld nicht vorgestellt. Und mit diesem Wissen würde ich die Tour auch nicht noch einmal so machen. Irgendwo zwischen Meppen und Papenburg würde ich umdrehen.

Aber hinterher ist man ja immer schlauer … :o)




DEK-Radweg
2016



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