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2016: Oslo und Bergen, die Großstädte Südnorwegens


Samstag: Oslo

Heute Vormittag machen wir eine Stadtrundfahrt mit dem Bus. Nach einem ausgiebigen Frühstück werden wir um 9:45 Uhr direkt von unserem Hotel abgeholt. Quer durch die Stadt fahren wir zu unserem ersten Ziel, dem Vigelandpark.


Ganz "große" Kunst: Der Vigelandpark

Der Vigelandpark ist Teil des Frognerpark, dem größten Park in Oslo und ist benannt nach dem wohl bedeutendste Bildhauer Norwegens, Gustav Vigeland (1869 bis 1943). Dieser hat hier in Oslo sein ganz persönliches Gesamtkunstwerk erschaffen: Ein 32 Hektar großes Areal mit seinen Skulpturen, mit schmiedeeisernen Toren, einen Brunnen, einer Brücke und noch einiges mehr. Die Stadt Oslo kam für den Lebensunterhalt des Künstlers auf und erhielt dafür im Gegenzug die Rechte an seinen Werken. Entstanden ist dabei zwischen 1924 und 1943 der Vigelandpark, der beliebteste Park in Oslo mit insgesamt 202 Skulpturen. Als Höhe- und Mittelpunkt der Anlage gilt ein 17 Meter hoher Monolith, der „Menschensäule“ genannt wird und verschlungenen Menschenleiber darstellt.


Im Vigelandpark -> Im Vigelandpark


Im Vigelandpark -> Im Vigelandpark


Im Vigelandpark Im Vigelandpark
-> Im Vigelandpark


Im Vigelandpark -> Im Vigelandpark


Im Vigelandpark -> Im Vigelandpark


Ich glaube, selbst wenn man hier tage- oder sogar wochenlang durch diesen Park geht, entdeckt man immer wieder noch etwas Neues.

Im Süden des Frognerparks, im ehemaligen Atelier des Künstlers, ist heute das Vigeland-Museum untergebracht. Der Besuch dort ist leider nicht in unserer Stadtrundfahrt enthalten. Aber vielleicht sind in den Skizzen und Skulpturen, die dort ausgestellt sind, auch Hinweise auf die Friedensnobelpreis-Medaille, die Gustav Vigeland im Jahre 1902 entworfen.


                                  
Statue des Gustav Vigeland
-> Statue des Gustav Vigeland


Der Holmenkollen, älteste Skisprungschanze der Welt

Für das nächsten Ziel auf unserer kleinen Bustour müssen wir raus aus der Stadt und hoch hinauf. Es geht zum Holmenkollen. Für mich war das bisher immer der Name der Skisprungschanze, aber auf dem Weg dorthin erfahren wir von unserer Reiseleiterin, dass es der Name des 371 Meter hohen Berges ist, auf dem die Sprungschanze steht. Nordwestlich von Oslo gelegen, gilt sie als die älteste der Welt. Bereits 1892 wurden hier die ersten Wettkämpfe ausgetragen. Wie der Vigelandpark gehört auch sie zu den meistbesuchten Touristenattraktionen Oslos. Das wurde schon recht früh erkannt und daher wurde im späten 19. Jahrhundert die Holmenkollbanen gebaut, eine Straßenbahn, die den Holmenkollen mit der norwegischen Hauptstadt verbindet.


Am Holmenkollen -> Am Holmenkollen


Am Holmenkollen -> Am Holmenkollen


Auch der norwegische König Olav V., der das Land von 1957 bis 1991 regierte, nahm als Skispringer an Wettkämpfen auf dem Holmenkollen teil. Ihm zu Ehren wurde hier eine Statue aufgestellt, die ihn auf Skier mit seinem geliebten Hund darstellt.


Statue von König Olav V. vor dem Holmenkollen -> Statue von König Olav V. vor dem Holmenkollen


In Steinwurfweite der Schanze steht auch die 1903 erbaute „Kapelle am Holmenkollen“. 1992 wurde sie durch Brandstiftung zerstört, brannte dabei bis auf ihre Grundmauern nieder. Doch sie wurde wieder neu aufgebaut und 1996 geweiht. Schön anzusehen ist sie und wenn etwas mehr Zeit wäre, würden wir sie uns sicher auch einmal von innen ansehen. Aber so ist das nun mal bei Stadtrundfahrten: Der Zeitplan ist recht straff und als Tourist bekommt man nur das zu sehen, was auf dem Programm steht. Und die kleine Stabskirche oben auf dem Holmenkollen ist das heute leider nicht.


Kapelle am Holmenkollen
-> Kapelle am Holmenkollen


Wir fahren mit dem Bus wieder zurück in das Zentrum von Oslo. Unterwegs erzählt unsere Reiseleiterin einiges über das Land Norwegen und seine Bewohner. Womit verdienen sie ihr Geld? Wie läuft das mit der Krankenversicherung, wie mit den Steuern? Wie hoch ist die Arbeitslosenquote?  All das und noch einiges mehr erzählt sie und damit vergeht die Zeit auf unserem Rückweg sehr schnell. Am Rathaus steigen wir aus, für uns ist die Tour hier zu Ende. Die meisten anderen Mitfahrer bleiben im Bus, fahren nun weiter in das Fram-Museum auf der Museumsinsel Bygdøy. Das aber wollen wir Morgen auf eigener Faust erkunden, daher entern wir jetzt erst einmal das nächste Café und stärken uns mit Kaffee und Kuchen, bevor wir uns aufmachen zu unserem nächstem Ziel, dem Munch Museum.


Kunst zum schreien: Das Munch-Museum

Was Gustav Vigeland als Bildhauer ist sicher Edvard Munch als Maler. Nämlich der bedeutendste Künstler seine Genres hier in Norwegen. Über 1.700 Gemälden stammen von ihm, hinzukommen zahlreiche Grafiken und Zeichnungen. Die Stadt Oslo zeigt im Munch-Museum viele seine Werke, dessen bekanntestes wohl „Der Schrei“ ist. Auch wir sind neugierig auf seine Bilder, die als Vorreiter des Expressionismus gelten.


Eingang zum Munch-Museum -> Eingang zum Munch-Museum


Das Museum liegt ein wenig außerhalb des Zentrums. Daher nehmen wir vom Hauptbahnhof aus die U-Bahn. Zwei Stationen sind es, dann steigen wir auch schon wieder aus und erreichen nach einem kurzen Fußmarsch das Museum. Wir sind sehr erstaunt, als wir am Eingang keinen Eintritt bezahlen müssen. Das Rätsel ist aber schnell gelöst: Durch immer wieder wechselnde Ausstellungen soll die Vielseitigkeit des Künstlers gezeigt werden. Und momentan ist wieder so ein Ausstellungswechsel. Daher wird zurzeit nur einen Miniausstellung gezeigt, zu der der Eintritt kostenlos ist. Und, wie soll es anders sein, „Der Schrei“, also das Gemälde, wegen dem wir eigentlich in erster Linie hier sind, wird nicht gezeigt. Was für ein Pech. So müssen wir uns mit einigen Gemälden begnügen, die mir zum Teil durchaus einigermaßen gefallen, die aber eben nicht das sind, was wir eigentlich sehen wollten. Ebenfalls gezeigt werden mehrere Filme, in denen es um das Leben und Wirken Edvard Munchs geht.


Ausstellung im Munch-Museum -> Ausstellung im Munch-Museum


Ausstellung im Munch-Museum -> Ausstellung im Munch-Museum


Ausstellung im Munch-Museum -> Ausstellung im Munch-Museum


Recht bald schon verlassen wir die „Miniausstellung“, die ihrem Namen leider wirklich alle Ehre macht. Da das Wetter recht schön ist, beschließen wir, zu Fuß zurück ins Zentrum zu gehen. Den Stadtplan haben wir dabei, also machen wir uns auf den Weg. Und der führt uns durch ein Wohngebiet, das nur sehr wenig mit dem schönen und touristisch herausgeputzten Oslo zu tun hat, das wir bisher gesehen haben. Wir spazieren durch Grønland, einem Osloer Vorort mit sehr hohem Ausländeranteil, mit Müll auf der Straße und kaputten Fensterscheiben, mit Menschen, die in Gruppen zusammenstehen und uns misstrauisch ansehen, mit Bettlern, die sich mit hingehaltenen Händen vor uns aufbauen und mit vielen alten verbeulten Autos, die sich stinkend und hupend ihren Weg bahnen und die bei uns der TÜV rückwirkend für zwanzig Jahre aus dem Verkehr gezogen hätte. Nein, direkt bedroht fühlen wir uns nicht, nur ein wenig mulmig. Erst recht, als wir am Abend in unserem Reiseführer lesen, dass dieses Grønland zum dem Gebieten mit der höchsten Kriminalitätsrate in ganz Norwegen zählt. Daher sind wir nicht böse, als wir schließlich diesen Vorort verlassen und die Domkirche von Oslo erreichen, die am Rand der "Karl Johans Gata" steht, also der größten Fußgängerzone Oslos. Und da wir durch den kürzer als gedachten Besuch des Munch-Museums Zeit haben und die Kirche offen ist, gehen wir hinein und sehen uns das Gotteshaus auch von innen an.


Domkirche von Oslo -> Domkirche von Oslo


Der Dom wurde 1697 eingeweiht. Aus dieser Zeit, also noch im Original erhalten, sind unter anderem die Altartafel und die Kanzel. Die Deckengemälde des Künstler Hugo Louis Mohr sind allerdings neueren Datums, genau wie die Glasmalereien, die ein Werk Vigelands sind. Aber nicht des weiter oben bereits erwähnten Gustav Vigeland, sondern von dessen Bruders Emanuel. Das schien ja eine richtige Künstlerfamilie gewesen zu sein.


Blick auf den Chorraum -> Blick auf den Chorraum


Blick auf die Orgel -> Blick auf die Orgel


Der Altar mit dem Abendmahl Jesu -> Der Altar mit dem Abendmahl Jesu


Es ist Zeit für das Abendessen. Wir schlendern der "Karl Johans Gata" entlang, wo es uns nicht schwerfallen würde, ein Lokal zu finden. Wir aber essen in unserem Hotel, holen uns anschließend noch einen Pullover aus unserem Gepäck und machen uns dann noch einmal auf zum Königspalast. Es ist Anfang Oktober, es wird recht früh dunkel und somit auch kühl hier oben im Norden. Wir möchten aber die königliche Residenz einmal beleuchtet sehen, daher gehen wir wieder die "Karl Johans Gata" entlang, hinauf bis zum höchsten Punkt, auf dem das Schloss steht. Besonders spektakulär ist das dann zwar nicht, trotzdem machen wir einige Bilder vom Schloss und auch von der Aussicht auf die Fußgängerzone, bevor wir langsam zum Hotel zurück gehen, unterwegs noch ein Eis auf der Hand mitnehmen und dann den Tag für heute beschließen.


Königspalast -> Königspalast


Blick vom Schlossvorplatz auf die Karl Johans Gata -> Blick vom Schlossvorplatz auf die Karl Johans Gata






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Oslo/Bergen
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