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Eine Motorradreise durch Wales
 Tag 2 in Wales  

In der Nacht bin ich einige Male wach geworden. Ein lautes Gewitter ist über Port Eynon hinweggezogen und hat jede Menge Regen auf den Ort herunterprasseln lassen. Als ich am Morgen aufwache, denke ich an die vielen Camper, die quasi gleich um die Ecke auf der großen Wiese in ihren Zelten übernachtet haben. Hoffentlich haben die alles gut überstanden.

Wir frühstücken, packen dann unsere Sachen und machen uns auf dem Weg zu unseren Motorrädern. Beim auschecken erzählt uns Dianne, die „Herbergsmutter“, über ihre Reisen nach Indien und Südamerika und dass sie und ihr Mann Martin hier „ihren“ schönsten Ort auf Erden gefunden haben. Es muss ein tolles Gefühl sein, an seinen persönlichen Favoriten dieser Welt zu leben. Nicht, das ich mich dort, wo ich wohne, unwohl fühle. Aber spontan fallen mir bestimmt ein halbes Dutzend Orte ein, an denen ich mir ebenfalls sehr gut vorstellen könnte, mich niederzulassen ;-)

Auf dem Weg zu unseren Motorrädern kommen wir wieder an den Campern vorbei. Die sind richtig im Stress. Sie schöpfen das Wasser aus ihren Zelten und hängen nasse Schlafsäcke und andere Dinge zum trocknen raus. Da hat der Regen heute Nacht anscheinend richtig zugeschlagen. Zum Glück ist es heute Morgen trocken, teilweise schaut sogar die Sonne zwischen den Wolken hervor. Da sollte es mit dem trocknen klappen. Auch rund um unsere Maschinen haben sich große Pfützen gebildet, durch die wir uns aber nicht beim festzurren unseres Gepäcks stören lassen. Kurz darauf rollen wir über die kurze Schotterpiste zurück bis in den Ort und machen uns auf Richtung Westen.


Laugharne Castle

Wir verlassen die Halbinsel Gower über kleine, kurvenreiche Straßen. Markus hat sein Navi gut im Griff, wir fahren wirklich schöne Strecken. Die Straßen hier sind rechts und links zumeist von höhen Büschen eingerahmt und das fahren macht mächtig Spaß.


Landstraße in Wales

-> Viele der Straßen werden von hohen Hecken eingeramht


In dem kleinen Ort Laugharne liegt links am Wegesrand dann eine Burgruine. Burgen und Burgruinen gibt es in Wales ja jede Menge, aber diese sieht wirklich altehrwürdig aus. Wir stoppen an dem kleinen Parkplatz neben der Ruine und sehen uns das Ganze ein wenig näher an. Dabei erfahren wir aus einer Infotafel, dass dieses Laugharne Castle (walisisch: Castell Talacharn) auch schon Künstler inspiriert hat: Den britischen Maler William Turner zu einem Gemälde und die beiden Schriftsteller Richard Hughes und Dylan Thomas zu einem Roman bzw. mehrere Gedichte. Wir befinden uns also in guter Gesellschaft, wenn uns diese Ruine so gut gefällt.


Ruine von Laugharne Castle

-> Die Ruine von Laugharne Castle



Tenby, beliebter Badeort im Westen von Wales

Wir verlassen Laugharne und fahren weiter Richtung Westen. Dabei halten wir uns immer recht dicht an der Küste, bis wir Tenby erreichen. Am Rande der Stadt stellen wir die Motorräder ab und machen uns zu Fuß auf Richtung Stadt. Die Aussichten auf das Meer und vor allem auf die Stadt, die wir dabei haben, sind durchaus recht spektakulär.


Tenby, ein beliebter Küstenort

-> Tenby - Blick auf den Strand


Tenby, ein beliebter Küstenort

-> Tenby - Blick auf den Ort


Tenby, ein beliebter Küstenort

-> Tenby - Blick auf den Ort


Als wir schließlich das Centrum erreichen, wird uns schlagartig klar, dass Tenby ein sehr beliebter Badeort ist. Menschenmassen schieben sich durch die schmalen Gassen, in die Geschäfte kommt man kaum hinein und vor den Eisdielen stehen meterlange Schlangen. Recht schnell sind wir uns einig, dass wir auf so viel Trubel heute keine Lust haben. Daher gehen wir zurück zu unseren Maschinen und lenken unsere Räder weiter Richtung Westen.


Kleine Stadt am Meer: Broad Haven

Es ist bereits Nachmittag, daher fangen wir an, nach einer Unterkunft für die Nacht zu suchen. Hier in der Nähe gibt es die YHA Manorbier, aber dort ist kein Platz mehr frei. Lediglich in einem großen Zelt abseits des Hauptgebäudes könnten wir unterkommen, aber das wollen wir nicht. Also fahren wir weiter und versuchen es als nächstes in Broad Haven. Dort bietet man uns drei Plätze in einem Sieben-Bett-Zimmer an, sonst ist nichts mehr frei. Wir haben mittlerweile bereits nach sechs Uhr, daher beschließen wir, dass Angebot anzunehmen und hier zu bleiben.


Jugendherberge Broad Haven

-> Die Jugendherberge in Broad Haven


Schnell haben wir unsere Sachen verstaut und machen uns zu Fuß auf den Weg in den kleinen Ort. Hier gibt es zwei Pubs, wir entscheiden uns für den ersten, an dem wir vorbeikommen. Es ist mächtig was los hier, ein Fußballspiel der ersten englischen Liga wird live übertragen und die Emotionen kochen bei den meist jungen Fußballfans hoch. Wir finden einen Platz in einer ruhigen Ecke und bestellen etwas zu essen. Wir haben in GB immer recht gute Erfahrungen mit den Menüs in den Pubs gemacht, egal ob in Schottland, Cornwall oder Irland. Und auch hier sind wir satt und zufrieden, als wir uns gegen neun Uhr wieder auf den Weg Richtung Unterkunft machen. Broad Haven liegt direkt am Meer und die Sonne steht bereits recht tief. Nicht wenige Menschen sind am Strand, um den Sonnenuntergang zu bewundern. Auch wir stellen uns an die Kaimauer und beobachten, wie die Sonne sich durch die wenigen Wolken durchkämpft und langsam untergeht.


Broad Haven

-> Broad Haven: Fussweg von der JH in die Stadt


Broad Haven

-> Broad Haven: Blick auf den kleinen Ort


Broad Haven

-> Sonnenuntergang in Broad Haven


Wir gehen zurück zu unserem Hostel und setzen uns noch ein wenig in den Aufenthaltsraum. Dort treffen wir auf eine walisische Familie, die hier mit ihren drei Kindern die Ferien verbringt. Die Mutter der drei hatte als Kind eine Brieffreundin im deutschen Marburg und hat sie dort auch einmal besucht. Ihre eigenen Kinder gehen auf eine walisische Schule und werden dort auf walisisch unterrichtet. Als erste (Pflicht-) Fremdsprache lernen sie englisch, als zweite deutsch. Generell sind wir überrascht, dass viele Waliser zumindest einige Brocken deutsch sprechen können und dies uns gegenüber auch gerne zeigen.

Als wir schließlich ins Bett gehen, sind wir die ersten auf unserem Zimmer, das heute Nacht mit fünf Männern belegt ist. Mir ist das im Augenblick egal, denn kaum liege ich im Bett, schlafe ich auch schon ein.







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